Hüfingen. Holger Voigt, Mitbegründer von Geo­scopia, einem Partner von Germanwatch, war auf Einladung der Bürgerstiftung in die Lucian-Reich Schule gekommen.

Ziel war es, mit dem Einsatz der Satellitentechnik als neuem Medium in der Bildungslandschaft die komplexen Zusammenhänge zu erklären, welche zum Klimawandel führen. Er referierte vor einem exquisiten Personenkreis, der den einen oder anderen Besucher noch ertragen hätte.

Von Beginn an erläuterte Voigt die Auswirkungen aktueller klimatischer Wendungen und rief dazu auf, alles daranzusetzen, den von Menschen verursachten Klimawandel zu stoppen. Gesicherte Erkenntnisse, die sich auch auf Grund der Auswertungen auf den Satellitenbildern ergeben, seien ein Anstieg der Temperaturen und die Ausdehnung der Wüste Richtung Mittelmeer, eine Zunahme der extremen Wetterereignisse und eine unterschiedliche Verteilung der in ihrer Quantität gleichbleibenden Niederschlägen.

In spannenden 90 Minuten wies Voigt auf die vielschichtigen Einflussfaktoren auf das Kima hin. Den viel beschriebenen Treibhauseffekt bezeichnete der Umweltbiologe als einen Hauptfaktor auf die steigenden Temperaturen. Es könne nicht verkehrt sein, über den erhöhten Energiekonsum nachzudenken, so seine Ansicht. In Brasilien überflog er die Regenwälder, deren Rodung zu Gunsten von Sojafeldern in den letzten Jahren immer stärker zunahm, um den Wunsch der Europäer auf Futtermittel zu befriedigen.

Voigt skizzierte, wie es den energiebewussten Europäern immer wieder gelingt, auf die anderen zu zeigen, selbst aber jeden Luxus in Anspruch zu nehmen. Er forderte auf, in einer so genannten "Kooperation der Willigen" alle Maßnahmen zu ergreifen, die helfen, den Klimawandel zu stoppen. Der Vortrag wies auch auf die Problematik der aufstrebenden Wirtschaftsnationen China oder Indien hin, welche die fossilen Energieträger nutzen, um ihren Aufschwung nicht zu gefährden.